Archiv für Januar 2009

Sind alle Straftäter psychisch krank?

Samstag, 17. Januar 2009

Diese Frage stellen wir uns tagtäglich. Wieso ist ein Mensch so geworden? Ist er psychisch krank? Oder wird er es im Laufe der Jahre im Gefängnis? Eine Antwort wurde jetzt von einem italienischen Kriminalanthropologe Michael Brinkmann gegeben. Der Italiener stellt dies so dar: Jeder Verbrecher ist so krank, dass er nicht mehr alleine entscheiden kann. Die nachgewiesenen organischen Schäden eines solchen Menschen sorgen dafür, dass sich bestimmte Verhaltensweisen des Menschen im Laufe der Jahre einfach verändern. Es ist zu sehen, dass Täter die in einen Maßregelvollzug gelangen psychisch krank sind. Die Täter, die zu einer Freiheitsstrafe verurteilt wurden, müssen selber für ihr Handeln verantwortlich gemacht werden. Sie sind also gesund. Damals in DDR Zeiten wurde die Zuchthausstrafe abgeschaffen. Wie sieht es heute in den Gefängnissen aus? Gibt es noch Therapien? Ja die gibt es. Allerdings sind diese keine Psychotherapien im normalen Sinne. Es wird keine Krankbehandlung geboten, sondern eine Behandlung der Kriminalität. Jeder einzelne Gefangene soll hierbei lernen, ein normales und straffreies Leben zu führen. Dazu gehört vor allem, sich wieder an die alltäglich Regeln wie z.B. Pünktlichkeit zu gewöhnen. Allerdings werden auch spezielle Therapien angeboten, die sehr fokussiert sind. Demnach gibt es Kunsttherapien, Einzeltherapien aber auch Gruppentherapien. Der Täter muss hier erst einmal erkennen, was sie zu ihrer Tat gebracht hat. Wenn sie dies erkennen und sich positiv entwickeln, ist das Rückfallrisiko wesentlich geringer. Wichtig sind immer die sozialen Kontakte, das gemeinsame Kochen und auch das prosoziale Training für die Verhaltensweisen.

Grimassen sind angeboren

Donnerstag, 8. Januar 2009

Der Psychologieprofessor David Matsumoto von der San Francisco State Universität hat im “Journal of Personality and Social Psychology” eine Studie veröffentlicht, die zum Ergebnis kommt, dass bestimmte Gesichtsausdrücke bei Emotionen kulturübergreifend gleich sind.  

Im Rahmen der Studie wurden mehrere tausend Fotos von Athleten ausgewertet, die bei den olympischen und paralympischen Spielen 2004 gewonnen oder verloren hatten. Besonderer Fokus lag dabei auf Athleten, die von Geburt an blind waren - interessant ist dabei, dass deren Gesichtsausdrücke in seinen Augen identisch sind wie die der Sehenden. Damit sind Grimassen als Ausdruck von Emotionen offensichtlich nicht erlernt, sondern genetisch verankert. Weitere Informationen zu der Studie hier.