Psychologie und die Finanzmärkte
Samstag, 8. November 2008In Zeiten von Finanzmarktkrisen ist es enorm wichtig, Reaktionen der Menschen zu verstehen und eventuell zu steuern. Natürlich fällt es schwer, die Wirkung der Märkte auf das Individuum vorherzusehen, da der Finanzmarkt an sich nicht den Regeln der Rationalität folgt. Die Entscheidungen der Anleger gleichen mehr einem Herdentrieb als einer realistischen Herangehensweise.
Durch Negativschlagzeilen wird ein planvolles Handeln blockiert, und Hinweise werden nicht mehr realistisch wahrgenommen. Misstrauen und Untergangsstimmung machen sich breit. Rettungspakete, Leitzinssenkungen und die Verstaatlichung von Banken zeigen leider oftmals keine Wirkung. Das Unbehagen der Bürger wächst scheinbar noch. Viele können nicht verstehen, warum der ausufernde Kapitalismus und die Profitgier Einzelner letztendlich dazu führen, dass „wiedermal“ der Steuerzahler dafür gerade stehen muss. Die Erklärungsnot der an der Krise beteiligten Personen trägt nichts zum Verständnis der Situation bei.
Wichtiger Bestandteil der Finanzmärkte ist das Vertrauen jedes Glieds in der Ablaufkette. Ist jenes bei zu vielen Beteiligten gestört, helfen auch keine groß angelegten Offensiven mehr. Ohne Sorglosigkeit, Optimismus und eine heiter geprägte Stimmungslage der Anleger wird es keinen Aufschwung auf dem Finanzmarkt geben. Einzige Profiteure scheinen im Moment Goldhändler zu sein. Der Goldmarkt verspricht auf den ersten Blick, vor Einbrüchen sicher zu sein. Gold kann sich jeder vorstellen und weiß, dass es nur in begrenzten Mengen vorhanden ist, was dazu führt, dass diese Wertanlage als „sicher“ angesehen wird. Wären andere Finanzgeschäfte ähnlich durchschaubar strukturiert, würde womöglich eine gewisse Zuversicht zurückkehren.
Solange die „Macher“ nicht verstehen, dass es noch ein anderes Universum als das ihre gibt, wird die Spanne zwischen Verständnis und Abscheu immer größer. Auch sie können sich nicht dem Kreislauf von Gefühlswelt und Handlungen entziehen. Vielleicht liegt hier die Chance, endlich wieder auf den Boden der Tatsachen zurückzukommen und auch den „kleinen Mann“ wissen zu lassen, wie die Finanzwelt sich dreht. Größter Feind einer soliden Wirtschaft ist Unwissenheit. Womöglich sollte ein Teil des Geldes, dass zu Rettung von Banken gedacht ist, in eine breit angelegte Aufklärungsoffensive gesteckt werden. Und die Menschen sollten in so einer Zeit Ihr Erspartes lieber in Staatsanleihen oder Tagesgeld oder Festgeld-Konten anlegen.
Und da die Finanzmärke extrem mit Stimmungen zu tun haben, empfehlen wir Ihnen eine Website mit vielen Smilies, so dass Sie bei Bullen- und Bärenstimmung das richtige Emoticon haben.
