Psychologie in Vergessenheit?
Samstag, 25. Oktober 2008Die Wissenschaft ist in aller Munde. Überall, auf der Straße und in den Medien, hört man von wissenschaftlichen Experimenten, wie zur zeit dem LHC (Large Hadron Collider) in Genf. Die Bevölkerung weiß, dass an dem riesigen Teilchenbeschleuniger versucht wird, fundamentale Fragen der Physik zu klären. Doch dabei gerät eine bedeutende Wissenschaft immer mehr in Vergessenheit: Die Psychologie. Obwohl auch hier insbesondere im Bereich der Neurowissenschaften in letzter Zeit große Erfolge und maßgebliche Durchbrüche erreicht wurden, die uns immer besser verstehen lassen, wie der Verstand arbeitet. Durch Projekte, wie BlueBrain, bei dem ein Rattengehirn (oder zumindest ein Teil davon im Computer simuliert wird), gelang es den Forschern mehr darüber herauszufinden, wie Menschen und Tiere die Umwelt erleben oder denken und wie sich das im Laufe des Lebens ändert, sowie innere und äußere Faktoren zu finden, die dafür verantwortlich sind. Ein innerer Faktor sind z.B. Hormone und andere Botenstoffe, die die Biologische Psychologie untersucht, während z.B. die Einwirkung von Kollegen in der Arbeit ein äußerer Faktor ist, mit dem sich die Verhaltenspsychologie befasst. Psychologie ist aber längst nicht mehr eine rein spekulative Wissenschaft. Viel mehr überschneidet sie sich in vielen Bereichen mit der Hirnforschung oder Informatik. Längst ist es möglich geworden, Verhaltensweisen unter “wissenschaftlich korrekten” Bedingungen zu untersuchen. Dennoch ist man bei der Psychologie erst am Anfang aller Forschungen, weil noch niemand versteht, wie Gedanken nun wirklich entstehen, und wie man viele psychische Krankheiten behandeln kann.